Sonntag, 16. Juli 2017

28. Tag, Pfunders-Stein

Heute machte ich einen fruhen Start. Die Etappe wird als lang und anstrengend angegeben. Zudem soll es nachmittags schlechtes Wetter geben. So wanderte ich bei kühlen Temperaturen um 6:00 Uhr los. Das Frühstück wurde mir bereitgestellt. 
Es war neblig aber trocken. Der Straße folgte ich aufwärts bis Dun. Von dort ging es auf einer Schotterstraße weiter links in ein Seitental hinein. Mächtige Berge umgeben mich. Auch wenn sie sich ein wenig im Nebel verstecken. Zuerst geht die Straße noch durch den Wald, doch schon bald bin ich über der Waldgrenze und ich erreiche Almwiesen. Heute scheint Murmeltiertag zu sein. Bei dieser Tour sah ich bisher kein einziges. Nun sehe ich heute gleich zwanzig von Ihnen! Überall pfeift es. 


Vorbei geht es an einer ersten Alm. Hier scheint niemand zu sein. Steiler geht es hoch zu einer zweiten Alm. Hier trinke ich etwas und ich schwatze ein wenig mit dem Senner. Die Aussicht ist toll!


Obwohl es ein langer Aufstieg ist, kann ich das Wandern heute genießen. Es gibt ja auch immer wieder etwas Neues zu entdecken. Das lenkt mich von den Strapazen ab. Eine Zeitlang sah es aus, als ob es ein schöner Tag wird. Der Nebel löste sich langsam auf und blauer Himmel kam zum Vorschein. Die Berge waren sogar im Sonnenschein zu sehen. Leider war das nur von kurzer Dauer. Bald war der Himmel völlig bedeckt. Ein leichter Wind kam auf und es wurde richtig kalt. So machte ich nur kurze Pausen, sonst wäre ich richtig ausgekühlt. Da ich hochlief, schwitzte ich nämlich trotzdem. 
Hinter der Alm ging es nun auf einem Wanderweg weiter. Durch Wiesen ging es stetig hoch zu einem See. Hier machte ich meine kurze Mittagspause. Es fing nun leicht zu regnen an. So machte ich alles regendicht und ich zog meine Regenjacke und Regenhosen an. Allerdings mehr als Windschutz, denn gegen den Regen. Ich wurde nicht mal richtig nass. Es rieselte mehr. Dieser Regen jeden Nachmittag oder Abend geht mir langsam auf den Wecker! Kann es nicht mal wieder einfach einen ganzen Tag lang schön sein? 
Nach dem See folgte ein steiniger Aufstieg zur Gliederscharte. Hier liegen auch noch einige Schneefelder. Der Wanderweg ist aber Schneefrei. Kurz vor der Scharte kommen mir die ersten Weitwanderer entgegen. Es werden noch ein paar folgen. Am Mittag habe ich die Gliederscharte endlich erreicht! Ein kleines bisschen bin ich stolz, wie leicht mir der Aufstieg fiel. Leider hüllt sich der Hochfeiler mit seinen Gletschern in den Nebel ein. Von hier hätte man eine schöne Sicht auf diesen Zillertaler Gipfel. Der Wind bläst gewaltig auf der Scharte und es ist eisig kalt. Deshalb beginne ich recht schnell den Abstieg. Über ein Geröllfeld geht es im Zickzack runter. Weiter unten lässt der Wind ein wenig nach und ich mache eine Pause. Langsam verschwindet der Nebel beim Hochfeiler und ich warte geduldig bis er fast ganz zu sehen ist. Wunderschön, die Berge und die Gletscher! 

 
Wie klein wir doch sind auf dieser Erde. 
Stetig geht es nun runter ins Tal. Durch bunte Blumenwiesen folge ich dem Weg runter zum Bach. Auf der anderen Bachseite geht es zurück in den Wald. Bald stoße ich auf die Schotterstraße, welche vom Pfitscherjoch runterkommt. Ihr folge ich runter bis nach Stein. Es ist ein winziges Dorf. Nur 3-4 Gebäude. Es hat einen Gasthof. Dort habe ich ein Zimmer reserviert. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich viel früher als geplant den Gasthof. So hat mein Körper wenigstens Zeit sich zu erholen. 
Kai, ich habe deine Grüße an Sonja weiter geleitet. Ich soll dich ganz herzlich zurück Grüßen!

Tagesstatistik
Strecke: 19.5km                   Dauer: 4.5h
Rauf: 1470m                        Runter: 1180m
Höchster Punkt: 2640m       Niedrigster Punkt: 1150m

Tourstatistik
Strecke: 549.2km                 Dauer: 124h
Rauf: 19388m                      Runter: 20928m
Höchster Punkt: 2640m       Niedrigster Punkt: 330m



Kommentare:

  1. Hallo Martina.

    Respekt ! Da bist Du gut unterwegs gewesen.

    Ja, leider ist es mit dem großen Rucksack da oben oft sogar GANZ KALT - wie man hört.

    K2.

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  2. Hatte ja überlegt, das Rad da drüber zu schleppen, bin dann außen rum über Sterzing (gut 60 km Weg für <20 km Luftlinie mit 1200 Höhenmeter). Allerdings habe ich hinterher in Stein (Sonja?)/am Pfitscher Joch erfahren, dass der Fahrradübergang das Pfunderer Joch gewesen wäre.
    2010 hatte ich an der Gliederscharte gleich vier andere Cacher getroffen, damals war es von oben sonnig, kaum Wind.

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  3. 1. Du wärst nicht der erste gewesen, der Fahrrad (sinnlos) drüber schleppt: Dürfte ja rote Via Alpina Etappe sein.

    2. Das mit dem Pfunderer Joch hätte ich Dir sagen können ...

    Schöne Grüße
    K2.

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