Samstag, 23. September 2017

94. Tag, Chiazale-Campo Base

Heute war nun der erste Tag, wo ich wieder ganz alleine unterwegs bin. Irgendwie ist es seltsam. Dabei war ich am Anfang ja immer alleine unterwegs. Man gewöhnt sich aber sehr schnell an Gesellschaft. Ich habe Katrin sehr vermisst. Auch Heidi und Martin und Franz und Christa fehlen mir. Ich denke noch oft an sie. 
Das Wetter war wieder super! Heute hat es aber ganz dünne Schleierwolken. Dadurch scheint die Sonne zwischendurch nicht so kräftig. Um 7:45 Uhr wanderte ich noch im Schatten los. Die Bergspitzen werden aber schon von der Sonne angestrahlt. Auf der Straße geht es weiter Richtung Talende. Als ich um eine Kurve komme, sehe ich, dass die Sonne am Talende schon bis zum Boden runter scheint. Bei einem kleinen Dorf endet die Asphaltierte Straße. Auf einer Schotterpiste geht es weiter. Nun sticht ein riesiger Felsen am Berghang ins Auge. Wow, ist der riesig! Rocca Senghi ist sein Name. Es gibt viele Geschichten über diesen Felsen. Angeblich soll Gott persönlich den Felsen, bei einem Streit mit dem Teufel, hierher geworfen haben. 


Weiter geht es langsam den Berg hoch. Bei einer Alm endet die Straße und es geht auf einem Pfad weiter. Durch gelbe Almwiesen laufe ich zu einer Geländestufe. Der Bach hat hier eine Schlucht geformt. Etwas steiler geht es hier hoch zur nächsten Ebene. Wieder erstrecken sich weite Almwiesen. Die Landschaft erinnert mich stark an Herr der Ringe. Es ist traumhaft schön! 


Hier auf 2400 Metern hat es immer noch Kühe. Heute lasse ich mir Zeit beim Wandern. Immer wieder mache ich Fotopausen oder ich bestaune einfach nur die Landschaft. 


Es fasziniert mich immer wieder beim Wandern, wie schnell sich eine Landschaft verändern kann. Man biegt um eine Ecke und schon sieht alles total anders aus. 
Hier sehe ich auch die ersten Murmeltiere. Bei manchen kann ich recht nahe ran gehen. 


Zunächst zähle ich sie noch. Doch bei vierzig Tieren gebe ich das Zählen auf! Sie springen von allen Seiten davon. Auf einer kleinen Wiese, etwa 20 mal 30 Meter groß, habe ich allein 17 Murmeltiere gesehen! Es wimmelte nur so von ihnen. 
Ein paar wenige Wanderer sah ich heute. Gemütlich laufe ich weiter Richtung Pass hoch. Das letzte Stück ist nochmals etwas steiler und anstrengender. Hier hat es auch noch ganz wenig Schnee. Endlich, pünktlich zur Mittagspause, bin ich auf dem Pass oben. Die Aussicht ist toll! In der Ferne sehe ich sogar den Monviso. 


Da hier mal nur ein leichter Wind weht, mache ich meine Mittagspause hier oben. Im Krieg gab es hier auch Bunker. Ein paar Überreste sieht man noch. 


Gemütlich beginne ich anschließend meinen Abstieg. In Serpentinen geht es nicht zu steil runter. Beim Abstieg wimmelt es nur so vor Murmeltieren. Wo ich hinsehe, sitzen oder rennen welche herum. Deshalb habe ich das Tal in Murmeltiertal umgetauft. Die Landschaft ist auch hier einfach bombastisch!


Tolle Felsen und sehr viele gelbe Wiesen. Auch viele Bäche fliesen ins Tal. Über Schutthaufen geht es runter zu den ersten Almen. Markierungen sind hier richtig rar. Der Weg ist aber meistens gut erkennbar. Sonst hilft das GPS bei der Wegsuche. 
Bei drei kleinen Seen oder eher Tümpeln, treffe ich auf eine Schotterstraße. Dieser folge ich nun. In Serpentinen geht es weiter runter. Inzwischen komme ich langsam zurück in den Wald. Weiter im Tal unten geht es zurück in den Schatten. Die Sonne erreicht den Boden hier schon nicht mehr. Im Tal unten wird die Straße flacher. Gemütlich geht es vorbei an einem großen Naturcampingplatz. Am anderen Ende steht Campo Base. Dort treffe ich um 16:15 Uhr ein. Hier hat es auch einen kleinen Campingplatz und ein Rifugio. Ich bekomme ein Vierbettzimmer. Ich bin der einzige Gast. Ein Wohnmobil hat es noch. Mit dem deutschen Ehepaar zusammen esse ich das Abendessen. Im Gastraum ist es auch schön eingeheizt. Dort habe ich auch Internet. Im Zimmer geht das Internet nicht. Die Heizung im Zimmer ist auch wieder einmal aus. Es ist aber nicht so kalt, wie in den letzten Unterkünften. 

Tagesstatistik
Strecke: 18.1km                   Dauer: 4h
Rauf: 1090m                        Runter: 1190m
Höchster Punkt: 2830m       Niedrigster Punkt: 1630m

Tourstatistik
Strecke: 1460.9km               Dauer: 365.5h
Rauf: 70838m                      Runter: 76608m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m


Donnerstag, 21. September 2017

93. Tag, Rifugio Aleve-Chiazale

Auch heute war wieder perfektes Wanderwetter. Keine einzige Wolke war zu sehen. Um 8:45 Uhr wanderten wir gemütlich los. Der Straße entlang ging es kurz hoch nach Castello. Nach dem schönen Dorf führte der Weg zum nur noch halbvollen Stausee. Über die Staumauer ging es zum anderen Ufer. Auf einem schönen und fast ebenen Weg ging es am See entlang weiter. Am anderen Ende machten wir einen kurzen Abstecher ins Dorf Maddalena. Dort hat es einen Laden. Leider war der heute geschlossen. Bei der Bäckerei kriegten wir immerhin ein Brötchen. 
Zurück ging es zum Wanderweg. Nun folgte ein recht anstrengender, steiler Aufstieg. Durch den Wald ging es hoch. Zwar in Serpentinen, doch auch die waren recht steil. Schon recht weit oben war ein toller Aussichtspunkt. Der See und unsere letzte Unterkunft sind zu sehen. 


Außerdem ist auch der Monviso von hinten zu bestaunen. 


Ein kurzer Anstieg bringt uns dann endgültig auf den Pass. Den Wald haben wir schon wieder verlassen. 


Auf der anderen Seite sind große Wiesen mit einzelnen Bäumen zu sehen. Hier geht eine Schotterstraße ins Tal hinunter. Es stehen auch einzelne Häuser an der Strass. Im Tal unten sieht man Chiesa. Gemütlich starten wir unseren Abstieg. Weiter unten, bei einem Haus, machen wir Mittagspause. Sehr schön, der Ausblick von hier oben. 
Weiter geht es auf der Straße und zurück in den Wald. Die Straße geht nun das Tal nach hinten. Kurz vor Pleyne ist das Tal erreicht. Im Dorf hat es einen kleinen Tante Emma Laden. Eine alte Frau bedient uns. Katrin und ich trinken noch etwas zusammen. Dann heißt es leider Abschied nehmen. Hier trennen sich unsere Wege wortwörtlich. Sie macht nun eine Variante der GTA. Schweren Herzens mache ich mich nun wieder alleine auf den Weg. Ich werde sie vermissen. 
Der Straße entlang geht es nach Celle. Diese Dorf schaue ich mir noch ein wenig an. Es hat hier Bilder an einem Haus und recht viele Sonnenuhren. Ein schönes Dorf. 


Dann geht es weiter ins nächste Dorf. In Chiazale muss ich noch kurz meine Unterkunft suchen. Um 16:00 Uhr finde ich schließlich das Agriturismo Lou Saret. Das Steingebäude wurde sehr schön renoviert. Ich bin zusammen mit einer deutschen Wanderin in einem Vierbettzimmer untergebracht. Im zweiten Zimmer sind ein bayerisches Ehepaar und im dritten Zimmer ist ein deutsches Ehepaar untergebracht. Mehr Zimmer hat es hier nicht. Das Internet geht recht gut. 

Tagesstatistik
Strecke: 15.1km                   Dauer: 4h
Rauf: 850m                          Runter: 730m
Höchster Punkt: 2280m       Niedrigster Punkt: 1580m

Tourstatistik
Strecke: 1442.8km               Dauer: 361.5h
Rauf: 69748m                      Runter: 75418m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m


92. Tag, Rifugio Quintino Sella-Rifugio Aleve

Es gab heute morgen einen wunderschönen Sonnenaufgang zu bestaunen. 

Über der Poebene ging die Sonne auf. 
Auch der Monviso war nicht zu vergessen. 

Im ersten Morgenlicht. 
Um 8:30 Uhr starteten wir diesen herrlichen Wandertag. Wolkenloser Himmel und am Nachmittag wieder angenehm warm. Am Morgen war es noch frisch, es wehte aber heute nur eine leichte Brise. 
Wo schon Fußabdrücke waren, ist alles zu Eis gefroren. Der Schnee daneben ist schön pulvrig. Vorsichtig, wegen des Eises, laufen wir durch die Steinwüste. Soviel Geröll habe ich noch nie gesehen. Kurz geht es runter zum See. 


Anschließend beginnt der angenehme, weil nicht zu steile, Anstieg hoch zum ersten Pass. Es geht über Steine und vorbei an zwei kleinen Seen. Gemütlich laufen wir hoch. Sehr viele Fotopausen gibt es heute. Das Wetter, die Landschaft und das Panorama sind heute einfach bombastisch! Beim Pass sehen wir kurz einen prachtvollen Steinbock! Leider ist er recht schnell verschwunden. Ich habe nur noch seine Hörner aufs Foto gekriegt. Hinter dem Pass hat es ein paar Grashänge. Vom Pass aus sieht man den Monviso und sogar die Monta Rosa Gruppe ist zu sehen. 


Nun geht es nochmals leicht hoch zu einem zweiten Pass. Noch immer begleiten uns die Steinfelder. Überall erheben sich Felszacken. Nach dem zweiten Pass beginnt der gemütliche Abstieg. Sanft geht es vorbei an einem See, dann runter zu einem bizarren Ort. Hier stehen hunderte Steinmänner!


Der weitere Abstieg wird etwas steiler. Bei einer Wiese machen wir unsere Mittagspause.
Wie schon gestern, treffen wir auch heute einige Wanderer. Nun geht es langsam zurück in den Wald. Den Schnee haben wir auch zurück gelassen. In Serpentinen geht es immer weiter runter und mit jedem Höhenmeter wird es wärmer. 
Bei einem Bach erreichen wir schließlich eine einfache Almstrasse. Dieser folgen wir nun entlang oder oberhalb des Baches. Manchmal geht sie recht steil runter. Es ist ein idyllisches Tal. Irgendwann erreichen wir eine Asphaltierte Straße. Kurz geht es nach links und um 15:30 Uhr kommen wir zum Rifugio Aleve. Wir kriegen ein Vierbettzimmer. Es hat ein eigenes Bad und ist freundlich und sauber. Die Wirtin ist auch nett. Es hat auch noch andere Gäste. Nach der Dusche genießen wir noch bei einem Eis die Sonne. So geht ein herrlicher Wandertag zu Ende. 

Tagesstatistik
Strecke: 13.1km                   Dauer: 4h
Rauf: 210m                          Runter: 1250m
Höchster Punkt: 2770m       Niedrigster Punkt: 1590m

Tourstatistik
Strecke: 1437.7km               Dauer: 357.5h
Rauf: 68898m                      Runter: 74688m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m




91. Tag, Pian Melze-Rifugio Quintino Sella

Heute morgen gab es einen wunderschönen Sonnenaufgang. Keine Wolke war zu sehen. 

Monviso 
Da wir uns noch von Heidi und Martin verabschiedet haben, gab es heute einen späten Start. Erst um 9:20 Uhr ging es los. Am Bach entlang ging es gemütlich hoch. Dieser Bach ist übrigens tatsächlich der Po. Weiter oben ist die Quelle des Pos. 
Der Monviso ist heute endlich einmal ohne Nebel. Vorbei geht es an Kühen und zu einem Wasserfall. 


Kurz geht es etwas steiler rauf nach Pian del Re. Dort steht eine kleine Kapelle und ein Refugio. Die Straße endet hier. Leider ziehen nun viele Wolken auf und der Wind bläst auch wieder. Es ist dadurch recht kalt. Auf einem Pfad geht es über die Ebene zur Poquelle. 


Unter großen Felsbrocken sprudelt das Wasser hervor und sammelt sich im Bach. Nun kann ich behaupten, Wasser aus dem Po getrunken zu haben. 
Jetzt steigt der Weg wieder an. In vielen Serpentinen geht es hoch. Das Gelände wird immer alpiner. Ein schöner See taucht vor uns auf. 


Der Monviso kommt immer näher. Weiterhin geht es rauf. Langsam kommen wir auf die Höhe des Schnees. Gestern hat es hier oben wieder geschneit. Hier ist der Weg aber noch Schneefrei. Durch eine Steinwüste erreichen wir einen weiteren kleinen See. Wir gehen hinten herum und erklimmen eine Moräne. Wieder geht es im Zickzack hoch. Der Monviso ist nun schon sehr nahe. Nach dem erklimmen einer weiteren Moräne erreichen wir ein ebenes Blockfeld direkt am Fuße des Monviso. Hier liegt etwa 3cm Schnee auf dem Weg. Auch die Steine im Blockfeld sind mit Schnee bedeckt. Deshalb müssen wir sehr vorsichtig laufen. Die Mittagspause fällt wegen der Kälte recht kurz aus. 
Endlich erreichen wir den Pass. Von hier sehen wir unter uns den See und weiter vorne, über dem See, steht das Rifugio Quintino Sella. 


Ein kurzer Abstieg bringt uns zum großen Rifugio. Um 14:30 Uhr sind wir dort. Leider ist es im Zimmer sehr kalt. Der Gastraum ist ein wenig beheizt. Sitzt man aber längere Zeit darin, ist es nicht warm genug. Wir bekommen aber eine Decke. Auf die Toilette zu gehen ist auch sehr kalt. Man muss raus gehen und im Keller unten ist die eiskalte Toilette. Hier wieder mal mit einem Loch im Boden und ohne Schüssel. 
Vom Rifugio hat man einen schönen Blick auf den Monviso und auch der Blick in die Poebene ist super. 


Es hat noch 10 andere Gäste. 

Tagesstatistik
Strecke: 8.2km                     Dauer: 4h
Rauf: 970m                          Runter: 60m
Höchster Punkt: 2660m       Niedrigster Punkt: 1710m

Tourstatistik
Strecke: 1424.6km               Dauer: 353.5h
Rauf: 68688m                      Runter: 73438m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m


Montag, 18. September 2017

90. Tag, Rifugio Barbara Lowrie-Pian Melze

Heute war es bewölkt. Nur leicht drückte die Sonne manchmal durch die Wolken. Um 9:00 Uhr war der Startschuss. 
Kurz ging es noch relativ flach ans Talende weiter. Dann fing der Anstieg an. Die Steigung wat heute wieder einmal etwas steiler. Auf dem Pfad ging es durch den Wald immer weiter hinauf. Immer wieder hofften wir, nun den Pass zu erreichen. Leider kam hinter jeder Kuppe aber eine weitere Steigung zum Vorschein. Einmal scheuchen wir noch zwei Birkhühner auf. Die Landschaft ist wieder wunderschön! Als wir weiter oben sind und den Wald verlassen haben, ist das Panorama umwerfend! Unter uns ergießt sich ein Nebelmeer und in der Ferne sieht man die Monta Rosa Gruppe und auch das Matterhorn ist zu erkennen. 




Nun geht es durch eine Steinwüste. Kurz geht es sogar runter und dann nehmen wir den Finalen Anstieg unter unsere Füße. Auf dem Pass windet es wieder einmal. Hier kommt man auf den Pass und denkt nur noch, wow! Plötzlich steht man sehr nahe vor dem Monviso. Leider ist er aber heute recht im Nebel versteckt. Nur ganz kurz sehen wir einen Teil von ihm. 

Ein gewaltiger Felsbrocken. 
Der Abstieg ist sehr gemütlich. Langsam schlängelt sich der Weg durch die Wiesen runter ins Tal. Murmeltiere sehen wir auch wieder. Irgendwann erreichen wir eine Asphaltierte Straße. Der Weg kürzt die Serpentinen der Straße ab. Bald darauf, gegen 13:30 Uhr, erreichen wir schon Pian Melze. Im Rifugio Regina bekommen wir im Posta Tappa ein Zimmer. Zwei Stockbetten teilen wir uns zu zweit. Es hat sogar im Zimmer eine Heizung! Das hatten wir schon sehr lange nicht mehr. 
Leider werden uns Heidi und Martin hier verlassen. Heidi hat sich eine Erkältung eingefangen und die Gesundheit geht vor. Bei der Kälte momentan, ist es nicht so gut, weiter zu wandern. Sie werden uns fehlen. 

Tagesstatistik
Strecke: 8.2km                     Dauer: 2.5h
Rauf: 780m                          Runter: 790m
Höchster Punkt: 2530m       Niedrigster Punkt: 1730m

Tourstatistik
Strecke: 1416.4km               Dauer: 349.5h
Rauf: 67718m                      Runter: 73378m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m



Sonntag, 17. September 2017

89. Tag, Villanova-Rifugio Barbara Lowrie

Bei herrlichem Wetter wanderten wir um 8:30 Uhr los. Das Frühstück war mal wieder italienisch. Brot, Butter, Marmelade und ein warmes Getränk. 
Es geht auf einem Pfad entlang eines Baches hoch. Katrin und ich folgen dem Pfad durch ein enges und wildes Tal. Neben uns fließt ein Wildbach. Nach einer Weile stoßen wir auf eine Schotterstraße. Dieser folgen wir nun. In Serpentinen geht es weiter hoch. Eine Weile später nehmen wir wieder einen Pfad und dieser bringt uns zum Rifugio Jervis. Dies ist ein sehr schönes Rifugio. Wir trinken etwas und nutzen kurz das Internet. Das Rifugio liegt auf einer sehr schönen Ebene. Ein wunderbares Tal mit hohen bergen umrahmt. 


Im Schatten ist es auch heute wieder recht kalt. Es sind etwa 13.5 Grad. Langsam bläst auch der Wind wieder. Nun geht es ganz kurz runter zur Ebene und dann beginnt der nächste Aufstieg. Wieder ist die Steigung sehr angenehm. Auf der Schotterstraße geht es in vielen Serpentinen immer weiter hoch. Wir treffen noch ein paar Kühe. Auch Murmeltiere sehen wir. Da heute Sonntag ist, sind recht viele Tageswanderer unterwegs. 
Die Landschaft und auch die Farben sind wunderschön! Langsam ziehen immer mehr Wolken auf. Bei einem ehemaligen Alpengarten essen wir im Windschutz eines Hauses unser Picknick. 
Ein Stück geht es noch hoch zum Pass Colle Barant. Das Rifugio dort ist offen. Im Buch stand, es sei geschlossen. Manchmal verfluche ich die Infos aus dem Buch! 


Wir machen uns an den Abstieg. Auf der Straße geht es gemütlich runter. Eine Abkürzung nehmen wir, sonst ist uns die Straße lieber. Hier sehen wir plötzlich einen Gänsegeier recht nahe vorbei fliegen!


Der Monviso sehen wir leider nur teilweise. Die Spitze ist in den Wolken versteckt. 


Die Straße geht noch etwas weiter runter. Hier haben wir einen tollen Blick Richtung Poebene. 


Dann führt uns der Weg um den der Berg herum. Es geht in ein weiteres Tal hinein. Ein paar Schneeflocken fallen vom Himmel herab. Am Talende liegt unsere Unterkunft. Um 16:00 Uhr erreichen wir das Rifugio Barbara Lowrie. Es hat heiße Duschen, Internet, gutes Essen, saubere Zimmer. Auch Heidi und Martin aus Österreich kommen kurz nach uns an. 

Tagesstatistik
Strecke: 16.1km                   Dauer: 5h
Rauf: 1180m                        Runter: 660m
Höchster Punkt: 2370m       Niedrigster Punkt: 1220m

Tourstatistik
Strecke: 1408.2km               Dauer: 347h
Rauf: 66938m                      Runter: 72588m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m



88. Tag, Prali-Villanova

Letzte Nacht hat es sehr weit runter geschneit. Am Morgen war es nur 1 Grad plus! Brr! Deshalb lies ich mir Zeit mit dem loslaufen. Erst um 9:00 Uhr wanderte ich los. Die Deutsche fährt mit dem Sessellift hoch. Und auch die anderen Wanderer nehmen den Lift. Deshalb laufe ich alleine los. Das Wetter ist super! Wolkenloser Himmel. Auf der Straße laufe ich ins Tal hinein. Weiter hinten endet der Asphalt und es geht auf der Schotterstraße weiter. Nun beginnt mein gemütlicher Aufstieg. Durch den Wald geht es von Alm zu Alm. Bei der zweiten komme ich endlich an die Sonne. Herrlich, wie Sie mich aufwärmt! Ich mache viele Fotostopps und auch kleine Pausen. 
Schließlich endet die Straße und es geht auf einem Pfad weiter. In Serpentinen geht es entlang eines Baches weiter hoch. Der Wald lichtet sich nun langsam. Bald darauf komme ich aus dem Wald heraus. Nun sehe ich auch den verschneiten Pass vor mir aufragen. Hier liegt noch ein wenig Schnee. Der Weg ist aber fast Schneefrei. 


In weiteren sehr kurzen Serpentinen geht es nun hoch zum Pass. Um kurz nach zwölf Uhr stehe ich auf dem Pass. Vor mir ist eine weiße Wand. Nebel total. Auf dem Pass ist es windstill und die Sonne scheint. Ich mache eine kurze Mittagspause. Nun lichtet sich der Nebel und ich sehe runter auf eine Ebene. Dort sehe ich den Inder und die Holländerin laufen. Wir winken uns zu. Von den anderen sehe ich nichts. Inzwischen hat es auch ein paar Wolken am Himmel. Es bläst nun auch ein leichter Wind. Gerade will ich aufbrechen, als ich von unten die Österreicher raufkommen sehe. Kurz darauf kommt auch die Deutsche um die Ecke herum. Nun warte ich natürlich auf die anderen. Das Panorama auf diese Seite ist wunderschön! 


In die andere Richtung sieht man wegen des Nebels nicht viel. Wir fotografieren uns gegenseitig. Dann steigen wir langsam ab. Auf der Grasebene hat es große Steine. Dort machen wir die Mittagspause. Wir haben Glück und kurz zieht der Nebel auseinander und der Monviso ist zu sehen. Ein mächtig großer Berg. 



Noch ein Stück geht es auf dem Pfad runter zu einer Alm. Nun folgen wir längere Zeit einer Schotterstraße. Zuerst geht es kaum merklich runter. Dann kommt eine Abzweigung. Wir nehmen die Straße ins Tal runter. In vielen Serpentinen geht es den Berg runter. Wie eine Schlange windet die Straße sich. Einiges weiter unten geht es auf einem Pfad weiter. Durch die gelbe Wiese folgen wir den Markierungen. Bei einer Alm geht es erneut auf eine Schotterstraße. Am Schluss bringt uns ein weiterer Pfad runter zur letzten Straße. Dieser Pfad war nicht sehr gut gepflegt. Die Pflanzen wuchern hier alles zu. Um 16:30 Uhr erreichen wir das Posta Tappa in Villanova. Die Zimmer sind am anderen Dorfende als das Restaurant. In der Dusche gibt es nur kaltes Wasser. Dafür kann man gegen Bezahlung beim Restaurant duschen. Das Abendessen ist aber sehr lecker. 

Tagesstatistik
Strecke: 16.4km                   Dauer: 4h
Rauf: 990m                          Runter: 1200m
Höchster Punkt: 2450m       Niedrigster Punkt: 1220m

Tourstatistik
Strecke: 1392.1km               Dauer: 342h
Rauf: 65758m                      Runter: 71928m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m


Freitag, 15. September 2017

87. Tag, Didiero-Prali

Um 9:00 Uhr wanderten wir heute los. Es hatte Wolken am Himmel. Doch auch die Sonne schien. Später war der Himmel dann bedeckt. 


Gemütlich ging es auf der Schotterstraße den Berg rauf. Der Weg kürzt die Serpentinen zwar ab, doch wir nahmen es gemütlich und folgten der Straße. Erst bei einem Picknickplatz nahmen wir wieder den Wanderweg. Hier führt er durch einen schönen Wald. 


Die Bäume fangen langsam an, sich zu verfärben. Es geht nun noch ein kurzes Stück rauf zu einem kleinen Pass. Nun folgt der Abstieg runter zu einem Dorf. Im Restaurant dort möchten wir etwas essen. Leider ist es geschlossen. Auf einer Bank vor der Kirche machen wir Mittagspause. 
Danach geht es noch kurz runter zum Bach und dann folgt der zweite Aufstieg. Wieder auf der Schotterstraße, folgen wir dieser in Serpentinen hoch. Auf einem schönen Wanderweg geht es weiter. Wieder geht es runter. Wir können schon unser Tagesziel sehen. Kurz darauf, um 14:30 Uhr, kommen wir beim Posta Tappa in Prali an. Schön, so eine kurze Etappe zu haben. Ich dusche und dann wasche ich meine Kleider. Ein kurzer Abstecher zum kleinen Supermarkt und zum Bankomat liegt auch noch drin. Später fängt es an zu regnen. Allerdings regnet es nur leicht. Zum Abendessen gibt es leckere Pizza. 

Tagesstatistik
Strecke: 13km                      Dauer: 3.5h
Rauf: 750m                          Runter: 510m
Höchster Punkt: 1700m       Niedrigster Punkt: 1200m

Tourstatistik
Strecke: 1375.7km               Dauer: 338h
Rauf: 64768m                      Runter: 70728m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m



86. Tag, Usseaux-Didiero

Heute war eine lange Etappe auf dem Plan. So liefen wir schon um 7:15 Uhr los. Viel früher geht nicht so gut. Es wird erst um 7:00 Uhr hell. Vor dem Frühstück war es wolkenlos. Nun schleicht leichter Nebel umher. Kurz geht es die Straße runter. Vier kläffende Hunde verfolgen uns. Auf der anderen Talseite beginnt der Aufstieg. Zunächst wandern wir gemütlich die Straße hoch zu einem kleinen Dorf. Auch hier hat es schöne Bilder. Weiter geht es auf der Schotterstraße. Immer höher rauf geht es. Der Wind frischt wieder auf. Noch sind wir aber im schützenden Wald. Langsam geht es in ein Tal hinein. In vielen Serpentinen führt der Weg gemütlich rauf. Bei einer Alm verlassen wir die Straße und es geht auf einem Pfad weiter. Hier hat es viele Kühe. Von hier an war ein Künstler unterwegs. An vielen Bäumen und Wurzeln sind geschnitzte Gesichter befestigt. Sehr abwechslungsreich. Kurz machen wir eine Pause. Die Sonne begleitet uns nun. 
Irgendwann verlassen wir den Wald. Der Wind hat uns nun fest im Griff. Immer wieder erfassen uns Sturmböen. Manchmal so heftig, dass es uns beinahe von den Füßen fegt. Ich muss mich richtig mit den Stöcken gegen den Wind stemmen. Es ist richtig beängstigend, welche Kraft der Wind haben kann. Zum Glück hat es heute keine ausgesetzten Stellen. 


Es ziehen immer mehr Wolken vorbei. Darunter sind auch ein paar schwarze. Einzelne Tropfen spüren wir schon. Bei der letzten Unterkunft war ein Pärchen, welches wir nun weiter oben sehen können. Sie ist aus Holland und er ist aus Indien. Er lebt aber schon länger in Holland. 
Auf einer Wiese sehe ich plötzlich mehrere Edelweise. So schön! 


Noch immer geht der Pfad rauf. Kurz nach dem Mittag kommen wir zum Pass hoch. Das Panorama ist toll.


Leider sind einige Gipfel in den Wolken verborgen. Im kleinen Windschatten von ein paar Steinen machen wir eine kurze Mittagspause. Das es immer düsterer wird, ziehen wir unsere Regensachen an und auch der Rucksack wird regendicht gemacht. 
Anschließend steigen wir rasch ab. Auch hier ist das Gefälle angenehm. Der Wind ist hier fast Orkanartig! Nur mit großer Mühe können wir uns auf den Füßen halten. Mühsam kämpfen wir uns voran. Als wir verfallene Gebäude erreichen, wird der Wind wieder normaler. Es hat immer noch heftige Böen, doch auch ruhigere Momente gibt es. Leider setzt nun endgültig der Regen ein. Mal stärker, mal leichter rieselt er auf uns runter. Die Windböen peitschen den Regen manchmal richtig auf uns nieder. 
Die Landschaft wäre wunderbar, doch wir können sie nicht genießen. Ich sehe beim runtergehen drei Murmeltiere. Etwas weiter unten, in der Nähe hat es einen Wasserfall, sehe ich dann acht Steinböcke! Sie stehen etwa 30 Meter vor mir zwischen den Felsen. Es ist ein Bock mit mehreren Weibchen und mit Jungtieren. 

Leider regnet es immer noch heftig. Die Fotos sind deshalb nicht so gut geworden. Nur schwer kann ich mich von diesem Anblick trennen. Ich könnte ihnen stundenlang zuschauen. Schweren Herzens steige ich weiter runter. 


Erleichtert erreichen wir endlich den schützenden Wald. Kurze Zeit später kommen wir beim ersten Dorf an. Hierher kommt eine Straße. Die Schuhe sind durchnässt und alles, auch der Rucksack, ist leicht feucht. Um 16:30 Uhr sind wir bei der Straße angekommen. Von hier werden wir vom Besitzer des Posta Tappa abgeholt. Leider erst in einer Stunde. Da uns kalt ist, versuchen wir anzurufen, damit er früher kommt. Irgendwie klappt der Anruf aber nicht. So bleibt uns nichts übrig, als zu warten. Wir sehen einen Hirten mit einer sehr großen Schafherde vorbeiziehen. Der Regen hört nun auf und die Wolken lösen sich auf. Auf den Gipfeln sehen wir Sonnenschein. Endlich um 17:30 Uhr holt uns der Wirt ab. Die Fahrt geht zwei Dörfer weiter. Zu Fuß wären es etwa zwei weitere Stunden gewesen. Im Posta Tappa nehmen wir Einzelzimmer. So haben wir Platz, alles zum trocknen aufzuhängen. Das Pärchen war schon vor uns da. Eine heisse Dusche wärmt mich langsam wieder auf. 
Auch in diesem Dorf gibt es schöne Wandbilder. Beim Abendessen lernen wir noch ein paar aus Österreich kennen. Sie werden auch Richtung Süden laufen. Nun sind wir also schon sechs Personen. 

Tagesstatistik
Strecke: 20.4km                   Dauer: 6h
Rauf: 1350m                        Runter: 1420m
Höchster Punkt: 2710m       Niedrigster Punkt: 1340m

Tourstatistik
Strecke: 1362.7km               Dauer: 334.5h
Rauf: 64018m                      Runter: 70218m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m


Donnerstag, 14. September 2017

85. Tag, Alpe Toglie-Usseaux

Heute wanderte ich zusammen mit der deutschen Frau los. Um 7:30 Uhr sind wir gestartet. Es war ein Wolkenloser Himmel. Der Rocciamelone erstrahlte im ersten Sonnenlicht. Wunderschön! 




Zunächst ging es recht gemütlich fast eben durch den Wald. Bald begann aber der weitere Aufstieg. Steil ging es nun hoch. Zwar machte der Wanderweg Serpentinen, doch diese waren auch sehr steil. Weiter oben kamen wir aus dem Wald heraus und zu einer Hochebene. Dort steht eine Hütte. In dieser befindet sich auch ein Biwak. Sehr komfortabel. Stockbetten mit Matratzen und Decken. Eine Küche mit Holzofen und Wasser. Sogar eine richtige Toilette hat es dort.
Weiter ging der Aufstieg. Am Hang oben sehen wir zwei Gemsen. Leider sind sie recht weit weg. 

Besser kriege ich das Foto nicht hin. 
Nun bläst wieder ein kräftiger Wind. Nochmals geht es steil hoch zum Pass. Erschöpft kommen wir beim Pass an. In der Ferne sieht man den Monvisio. 

Der höchste Spitz ist der Monvisio. 
Wie man sieht hat es wieder Wolken gegeben. Die Sonne findet aber immer wieder ein Loch. Durch gelbe Grashänge geht es gemütlich in vielen Serpentinen runter. Zwischen den ersten Bäumen machen wir Windgeschützt unsere Mittagspause. Die Landschaft ist auch heute wieder wunderschön! Ich kann mich kaum sattsehen. Als wir vom Pass runter kamen, sahen wir über 10 Murmeltiere. Putzige Tierchen. 
Durch den Wald geht es weiter runter nach Puy. Dieses kleine Dorf mit Kirche ist fast ausgestorben. Die Häuser werden nur noch als Ferienwohnungen genutzt. Leider müssen wir nun nochmals über 200 Höhenmeter aufsteigen. Der Aufstieg ist aber zum Glück weniger steil. Allerdings zieht er sich ganz schön in die Länge. Zwischendurch kommen wir noch durch ein weiteres kleines Dorf. 
Endlich dürfen wir wieder runter laufen. Müde kommen wir um 18:00 Uhr endlich im Posta Tappa in Usseaux an. Es wird von einem Italiener und von seiner Schweizer Frau geführt. Kurz schaue ich mir noch das Dorf an. Es hat hier ganz schöne und auch witzige Wandbilder. 


Als es dunkel ist, sehen wir auch die beleuchtete Festung. Sie zieht sich wie eine Schlange den Berg hoch. 2500 Treppenstufen verbinden die Gebäude auf über 400 Höhenmetern verteilt. 


Tagesstatistik
Strecke: 16.4km                   Dauer: 5h
Rauf: 1260m                        Runter: 1330m
Höchster Punkt: 2600m       Niedrigster Punkt: 1440m

Tourstatistik
Strecke: 1342.3km               Dauer: 328.5h
Rauf: 62668m                      Runter: 68798m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m



84. Tag, Susa-Alpe Toglie

Auch heute haben wir noch nichts von der Alpe Toglie gehört. Ich warte noch bis neun Uhr. Dann macht das Tourismusbüro auf. Doch die wissen auch nicht mehr. So starte ich meine Wanderung kurz nach 9:00 Uhr. 
Zuerst geht es noch kurz durch die Stadt. Weiter geht es gemütlich ansteigend durch den Wald. 

Verwunschene Wege
Kurz sehe ich einen Adler seine Kreise ziehen. 


Der Weg geht durch Meana di Susa. Dort verliere ich die Markierungen. Scheinbar habe ich eine Abzweigung verpasst. Mit dem GPS finde ich eine Straße, welche mich zurück zum richtigen Weg führt. Auf Schotterwegen geht es zum nächsten Dorf. 

Pizzaofen
Heute ist ein sonniger Tag. Es windet aber recht stark. Ausgerechnet der Gipfel des Rocciamelone steckt in einer dicken Wolke. Dabei sähe man ihn heute immer wieder. 


Nach einer kurzen Pause, beginne ich den eigentlichen Aufstieg. Auf einem Pfad geht es zum Teil recht steil durch den Wald aufwärts. Bei einer sonnigen Lichtung mache ich Mittagspause. 
Weiterhin geht es rauf. Irgendwann komme ich zu einer Schotterstraße. Ihr folge ich. Bald darauf erreiche ich um 14:15 Uhr die Alpe Toglie. Im Schlafsaal kann ich mir ein Bett aussuchen. Noch bin ich alleine hier. Später kommt noch eine Wanderin. 

Tagesstatistik
Strecke: 11.9km                   Dauer: 3h
Rauf: 1100m                        Runter: 80m
Höchster Punkt: 1540m       Niedrigster Punkt: 500m

Tourstatistik
Strecke: 1325.9km               Dauer: 323.5h
Rauf: 61408m                      Runter: 67468m
Höchster Punkt: 2850m       Niedrigster Punkt: 210m